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Freudscher Verhörer
geschrieben am Freitag, den 23. November 2007, von André
Neulich vor der Mensa: Die Buchhandlung aus der Innenstadt wirbt doch tatsachlich damit, dass es beim Bücherkauf Freibier gibt. Offenbar hat sich jemand intensive Gedanken über zielgruppenorientierte Werbung gemacht.
Ich: “In was für einer verkommenen Welt leben wir eigentlich?”
Kommilitone: “Genau, was für eine vollkommene Welt…”
Datenschutz leicht gemacht
geschrieben am Freitag, den 16. November 2007, von André
Eine Teilnehmerliste des Physikalischen Anfägerpraktikums der Leibniz-Universität Hannover ist online als PDF abrufbar. Das ist schön, denn so hat man stets im Blick, welcher Versuch als nächster zu bearbeiten ist.
Nicht so schön ist, dass in der Liste nicht entweder Namen oder Matrikelnummern der Teilnehmer, sondern beide Angaben standen:
Die übrigen Lehrenden der Universität achten hingegen sorgfältig darauf, dass Name und Matrikelnummer nicht verknüpft veröffentlicht werden. Dann ist nämlich eine anonyme Bekanntgabe von z.B. Klausurergebnissen im Internet möglich, indem nur Matrikelnummer und Note angegeben werden. Die jedem zugängliche Liste des Anfängerpraktikums ermöglichte es nun jedoch, die Klausurergebnisse aller Kommilitonen in Erfahrung zu bringen, indem man die Matrikelnummern auf den Klausurlisten mit denen auf der Namensliste der Praktikums vergleicht.
Nicht, dass ich dies vorhätte oder meine Klausurergebnisse geheim wären. Aber es gibt mit Sicherheit Kommilitonen, die hiervon nicht begeistert wären.
Aber da es sich sicher um ein Versehen handelte, habe ich bei nächster Gelegenheit den Verantwortlichen darauf hingewiesen. Mit dem Ergebnis, dass schon am nächsten Tag die alte Liste verschwunden und durch eine neue ersetzt worden war:
Natürlich war ich hocherfreut über die unverzügliche Beseitigung des Problems. Hier wird Datenschutz noch ernst genommen!
Zumindest könnte man auf diesen Gedanken kommen. Für den Bruchteil einer Sekunde. Bis man der Idee erliegt, den Text in der Tabelle zu markieren. Mit folgendem Ergebnis:
Sicher ein Versehen! Also habe ich mich bei nächster Gelegenheit artig für das schnelle Tätigwerden bedankt und vorsichtig auf die suboptimale Umsetzung hingewiesen. Eigentlich hatte ich ja erwartet, dass unbürokratische Nachbesserung angeboten werden würde. Aber weit gefehlt: Offenbar war mein Ansprechpartner davon, dass noch immer die Matrikelnummern abgerufen werden können, keineswegs überrascht. Um dies nachhaltig zu unterbinden, so seine Antwort, hätte die ganze Spalte (!) gelöscht werden müssen. Da sei doch das Schwärzen deutlich einfacher gewesen, weshalb er sich für diese Variante entschieden habe.
Ich habe natürlich vollstes Verständnis. Nicht immer an den Paragraphen kleben, sondern mit Augenmaß Aufwand und Nutzen abwägen. Davon kann sich manch anderer noch eine Scheibe abschneiden!
BILD-TV
geschrieben am Samstag, den 10. November 2007, von André
Ich bin vorhin für zwei Minuten bei “Galileo Mystery” hängengeblieben und durfte mir anhören, dass die Wahrscheinlichkeit, dass in den nächsten 75 Jahren ein tödlicher Meteoriteneinschlag auf der Erde stattfindet, bei 1:30 liege. Das wiederum sei 500.000-mal so wahrscheinlich wie ein Sechser im Lotto.
Es wird also langsam Zeit für Hamsterkäufe.
Bevor jetzt die Supermärkte gestürmt werden, möchte ich noch kurz zu bedenken geben, dass die Wahrscheinlichkeit, dass innerhalb der nächsten 75 Jahre KEIN solcher Meteoriteneinschlag stattfindet, 500.000-mal so hoch ist wie die Wahrscheinlichkeit, dass im deutschen 6-aus-49-Lotto innerhalb der nächsten 10 Wochen kein einziger Spieler sechs Richtige tippt. (Dabei habe ich sehr zurückhaltend mit nur 10 Millionen Tipps pro Ziehung gerechnet. Tatsächlich sind es wohl etwa 50 Millionen, aber die Zahl entstammt keiner offiziellen Quelle.)
Das soll jedoch keine Aufforderung sein, Lotto zu spielen. Lotto ist nur eine Steuer für Leute, die schlecht in Mathe sind. “Galileo Mystery” ist deren Selbsthilfegruppe.






