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Datenschutz leicht gemacht

geschrieben am Freitag, den 16. November 2007, von André

Eine Teilnehmerliste des Physikalischen Anfägerpraktikums der Leibniz-Universität Hannover ist online als PDF abrufbar. Das ist schön, denn so hat man stets im Blick, welcher Versuch als nächster zu bearbeiten ist.

Nicht so schön ist, dass in der Liste nicht entweder Namen oder Matrikelnummern der Teilnehmer, sondern beide Angaben standen:

Liste mit Nummern

Die übrigen Lehrenden der Universität achten hingegen sorgfältig darauf, dass Name und Matrikelnummer nicht verknüpft veröffentlicht werden. Dann ist nämlich eine anonyme Bekanntgabe von z.B. Klausurergebnissen im Internet möglich, indem nur Matrikelnummer und Note angegeben werden. Die jedem zugängliche Liste des Anfängerpraktikums ermöglichte es nun jedoch, die Klausurergebnisse aller Kommilitonen in Erfahrung zu bringen, indem man die Matrikelnummern auf den Klausurlisten mit denen auf der Namensliste der Praktikums vergleicht.

Nicht, dass ich dies vorhätte oder meine Klausurergebnisse geheim wären. Aber es gibt mit Sicherheit Kommilitonen, die hiervon nicht begeistert wären.

Aber da es sich sicher um ein Versehen handelte, habe ich bei nächster Gelegenheit den Verantwortlichen darauf hingewiesen. Mit dem Ergebnis, dass schon am nächsten Tag die alte Liste verschwunden und durch eine neue ersetzt worden war:

Liste ohne Nummern

Natürlich war ich hocherfreut über die unverzügliche Beseitigung des Problems. Hier wird Datenschutz noch ernst genommen!

Zumindest könnte man auf diesen Gedanken kommen. Für den Bruchteil einer Sekunde. Bis man der Idee erliegt, den Text in der Tabelle zu markieren. Mit folgendem Ergebnis:

Liste ohne Nummern, markiert

Sicher ein Versehen! Also habe ich mich bei nächster Gelegenheit artig für das schnelle Tätigwerden bedankt und vorsichtig auf die suboptimale Umsetzung hingewiesen. Eigentlich hatte ich ja erwartet, dass unbürokratische Nachbesserung angeboten werden würde. Aber weit gefehlt: Offenbar war mein Ansprechpartner davon, dass noch immer die Matrikelnummern abgerufen werden können, keineswegs überrascht. Um dies nachhaltig zu unterbinden, so seine Antwort, hätte die ganze Spalte (!) gelöscht werden müssen. Da sei doch das Schwärzen deutlich einfacher gewesen, weshalb er sich für diese Variante entschieden habe.

Ich habe natürlich vollstes Verständnis. Nicht immer an den Paragraphen kleben, sondern mit Augenmaß Aufwand und Nutzen abwägen. Davon kann sich manch anderer noch eine Scheibe abschneiden!

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Ein Kommentar zum Thema “Datenschutz leicht gemacht”

  1. Dominik (La Villa) sagt:

    Ich liebe solche Beiträge “wie sie das Leben so schreibt”, trocken wie ein guter Wein, aber mit hohem Unterhaltungswert!

    Ich schau jetzt wieder öfter hier vorbei :)

    Ciao!