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Jura-Häppchen: Milch leihen

geschrieben am Dienstag, den 10. März 2009, von André

ParagraphAuch wenn man es selbst noch nicht erlebt hat, so ist folgende klischeehafte Szene wohl doch jedem bekannt:

Es klingelt an der Tür. Dort steht die schusselige Nachbarin, bekleidet (unter anderem) mit einer Küchenschürze. “Könnten Sie mir vielleicht einen Liter Milch leihen? Ich bin gerade dabei, Kuchen zu backen und habe keine Milch mehr im Haus.”

Jeder spitzfindige Jurist, also jeder Jurist, wird dieses Ansinnen natürlich brüsk zurückweisen. Warum sollte man der Dame einen Liter Milch leihen? Was hat das mit Kuchenbacken zu tun? Ein Buch würde man ihr vielleicht leihen, aber doch keine verderbliche Ware – nachher ist die Milch schon sauer, wenn man sie zurückerhält!

Wer jetzt nur Bahnhof versteht, möge sich belehren lassen:

Der umgangssprachliche Begriff des “Ausleihens” ist weiter als der juristische.

Beim Leihvertrag (§ 598 BGB) überlässt der Verleiher dem Entleiher eine Sache zum unentgeltlichen Gebrauch. Am Ende muss der Entleiher diese Sache dem Verleiher zurückgeben. Dies ist jedoch nicht das, was die Nachbarin möchte. Sie will natürlich nicht denselben Liter Milch zurückgeben, sondern einen anderen, den sie noch zu kaufen gedenkt.

Dies ist selbstverständlich jedem klar, sodass es nicht schadet, wenn die Nachbarin ausdrücklich von “leihen” spricht. Sie hat vielmehr konkludent den Abschluss eines Vertrages über die Gewährung eines zinsfreien Sachdarlehens (§ 607 BGB) angeboten. Sie erhält dann vom Darlehensgeber eine Sache und ist verpflichtet, eine andere Sache gleicher Art, Güte und Menge zurückzuerstatten.

Es wird nicht empfohlen, der Nachbarin dies zu erklären. Man sollte ihr lieber das Sachdarlehen gewähren und schweigen.

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