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Dumm ist, wer Dummes tut (Teil 2)
geschrieben am Montag, den 9. März 2009, von André
Da stand nun unser A, hatte sich selbst seiner Freiheit beraubt und musste sich sichtlich bemühen, weder über sich selbst zu lachen noch mit dem Kopf rhythmisch gegen die Wand zu schlagen. Stattdessen setzte der A seine inzwischen wieder erwachten geistigen Fähigkeiten ein und spielte im Kopf verschiedene Wege durch, sein Gefängnis zu verlassen:
- der Gewaltsame: Die Tür war aus Holz und hätte einige gezielten Tritten wahrscheinlich nicht standgehalten. Andererseits war sie noch gut in Schuss und war dazu bestimmt, noch einige Jahrzehnte zu überdauern. Zudem hätte der Lärm die Angehörigen des A aufgeweckt, und um die peinliche Erklärung des Vorfalls wäre er so ohnehin nicht herumgekommen.
- der Halsbrecherische: Ein Weg aus dem Badezimmer stand freilich offen – der aus dem Fenster. Hierbei handelte es sich um ein Dachfenster, sodass A direkt auf das Dach hätte klettern können, in der Hoffnung, sich ohne abzustürzen an einem Regenrohr hinabzulassen, bis er wieder festen Boden unter den Füßen hat. Sodann hätten sich verschiedene Optionen eröffnet: Er hätte an der Tür klingeln können, bis jemand aufwacht und ihn hereinlässt. Erklärungsbedürftig wäre dann allerdings seine nur leichte Schlafbekleidung gewesen. Er hätte auch einige Stunden im Freien verbringen können, bis jemand das Haus verlässt, um die Zeitung hereinzuholen. Diesen Moment hätte A abpassen und sich ins Haus schleichen können, wenn er nicht bis zum Morgen längst erfroren gewesen wäre. Zudem hätte beim Abstieg am Regenrohr die nicht nur unerhebliche Gefahr eines Absturzes mitsamt vorzeitigen Ablebens gedroht. Die Flucht durchs Fenster schied also ebenfalls aus.
- der Schmächliche: Zusammengerollt auf dem Klovorleger schlafend hätte A den Rest der Nacht verbringen können. Zwar befand sich der Lichtschalter nicht im Bad, sondern außerhalb, doch die heißen Birnen hätten mittels eines Handtuches herausgedreht werden können. Soweit recht verlockend, bliebe nicht das absehbare Ende der Geschichte: A würde am nächsten Morgen in entwürdigender Pose von einem Familienmitglied auf dem Fußboden gefunden werden. Indiskutabel.
Deshalb entschied A sich für die einzig verbleibende Möglichkeit: die Flucht nach vorn. Laut gegen die Tür klopfend und mehrfach “Hilfe!” rufend vertraute A auf den leichten Schlaf seiner Mutter M, welche tatsächlich innerhalb weniger Sekunden erwachte, die Treppe in den ersten Stock hinaufstürmte, die Situation augenblicklich erfasste und in einen schadenfrohen Lachanfall ausbrach, der ihr nicht zu verübeln war. Binnen kürzester Zeit war eine Türklinke gefunden, angesetzt und A befreit.
A hatte sich zum Gespött seiner ganzen Familie gemacht und wird sich die Geschichte wohl noch in vielen Jahren vorhalten lassen müssen.
Von Spekulationen über die Identität der beteiligten Personen bitte ich abzusehen.




14. Juli 2010 um
[...] – Fortsetzung hier – VN:F [1.9.3_1094]bitte warten…Rating: 6.3/7 (7 votes cast)Dumm ist, wer Dummes tut (Teil 1), 6.3 out of 7 based on 7 ratings 1 Kommentar Kategorien: Alltag [...]