Bahn Beweis Blog Bücher Comic Computer Creative Commons englisch Fußball Globetrotter Poker Chips Informatik Inkscape Internet Jura Lebensmittel Leitergolf Linux lustig Mathe Microsoft Poker Politik Presse Restaurant Rätsel Schiri Smileys Spiele Sprache Supermarkt Tutorial TV Ubuntu Uni Video Vortrag Wallpaper Youtube

WP-Cumulus by Roy Tanck and Luke Morton requires Flash Player 9 or better.

Beliebteste Einträge der letzten 30 Tage

Beliebteste Einträge aller Zeiten

Letzte Kommentare

  • jay: Wie schaffe ich über 10.000 Punkte? Bitte...
  • Georg: Man erlebt immer wieder unglaubliche...
  • Leif: Sorry, könnte auch daran liegen, dass ich...
  • michael: was bestellst du dir überhaupt...
  • Burger_King_Service-Kraft: Ich bin beeindruckt,...
  • André: Eine Ergänzung noch: Mir wurde...
  • André: So sieht’s aus! Da muss man aber...

Jura-Häppchen: Luxustier

geschrieben am Dienstag, den 3. März 2009, von André

ParagraphHeute startet eine neue Serie: Jura-Häppchen. Darin werde ich versuchen, in unregelmäßigen Abständen juristische Fachbegriffe, die für den Laien zunächst unverständlich oder gar amüsant erscheinen, kurz zu erklären und deutlich zu machen, in welchem Zusammenhang sie eine Rolle spielen.

Beginnen möchte ich mit dem Luxustier. Als mir dieser Begriff im ersten Semester begegnete, war meine erste Assoziation ein über und über mit Gold und Juwelen behängter Pudel, der, in einen Mantel aus Robbenfell gehüllt, mit einer dicken Zigarre im Mund- bzw. Maulwinkel eine Strandpromenade entlangstolziert. So falsch lag ich übrigens gar nicht, denn solange dieser Pudel nicht entweder ein herrenloser Straßenköter (was seine Reichtümer nicht erklären könnte) oder hauptberuflich als Polizei-, Blinden-, Wachhund oder dergleichen arbeitet, ist er tatsächlich ein Luxustier.

Luxustier ist nämlich jedes von Menschen gehaltene Tier, das kein Nutztier ist. Nutztiere wären zum Beispiel die Milchkühe eines Bauern, sein Hofhund, ein Blindenhund oder ein Polizeipferd. Luxustiere hingegen sind typischerweise Hauskatzen, Familienhunde oder Reitpferde.

Aber warum ist diese Unterscheidung wichtig? Ganz einfach: Wenn ein Luxustier einen Schaden verursacht, haftet der Halter auf Schadensersatz – und zwar unabhängig davon, ob ihn ein Verschulden trifft oder nicht (§ 833 S. 1 BGB). Der Halter eines Nutztiers hingegen hat die Möglichkeit, sich zu exkulpieren (§ 833 S. 2 BGB). Das bedeutet, dass er, falls er nachweisen kann, dass er die nötige Sorgfalt hat walten lassen, keinen Schadensersatz leisten muss.

Der Halter eines Nutztiers ist also vom Gesetzgeber besser gestellt worden als der Halter eines Luxustiers.

Noch eine kleine Vertiefung für Interessierte: Die Schadensersatzpflicht des Tierhalters besteht nur dann, wenn sich eine “typische Tiergefahr” verwirklicht hat. Wird eine Katze als Wurfgeschoss verwendet, ist dies offensichtlich nicht der Fall, wohl aber – so der BGH – wenn ein Reiter, nachdem das Pferd bereits zum Stehen gekommen ist, aufgrund fortdauernder Verunsicherung vom Pferd fällt (Fundstelle: MDR 1999, 1197). :lol:

Kommentare deaktiviert Kategorien: Rechtliches
user_id); ?>

Kommentarfunktion ist abgeschaltet.