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Drängel-Oma
geschrieben am Montag, den 16. Februar 2009, von André
Montagmittag ist keine gute Zeit, um einkaufen zu gehen. Wie nicht anders zu erwarten, ist der Laden voll mit älteren Semestern, die im Weg herumstehen und sich über ihre Krankheiten unterhalten. Auch die Bitte “Darf ich mal bitte durch?” sollte laut und deutlich vorgetragen werden, um überhaupt die Sensitivitätsschwelle der Hörgeräte zu überschreiten.
Umso mehr wundert es mich, zu welchen Energieschüben so manche ältere Dame in der Lage ist. So ergab es sich, dass mal wieder nur eine Kasse geöffnet war und die Schlange sich bis weit in den Laden hineinschlängelte. Wenigstens standen die Kunden nicht in zwei Gängen für ein und dieselbe Kasse an – das Reißverschlussverfahren funktioniert nämlich in Supermärkten nicht, da die meisten Einkaufswagenfahrer keinen Führerschein besitzen. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, also möchte ich die Situation mit einer kleinen Skizze verdeutlichen:


Die Oma (lauernd) hatte ich zwar noch nicht bemerkt, doch sollte sie im weiteren Verlauf der Geschehnisse die Hauptrolle spielen.
Nun gut, sobald mehr als fünf Kunden an einer Kasse warten, ertönen schon reflexartig die gernevten Forderungen durch den Laden, eine weitere Kasse zu öffnen. Diesem Wunsch kamen die Mitarbeiter tatsächlich nach, sodass ein Teil der Kunden aus der Schlange ausscherte um einen aussichtsreichen Platz an der Sonne an Kasse 2 zu ergattern:

Diesen Moment nutzte die Oma (lauernd), um ihren perfiden Plan instantan in die Tat umzusetzen: Bevor ich – gemächlich meinen Einkaufswagen Richtung Kasse 1 schiebend – zum Vordermann aufgeschlossen hatte, sprang sie, bewaffnet mit einem Hackenporsche, ihre Einkäufe in einem Karton auf dem Arm tragend, flink wie ein junges Reh aus ihrem Hinterhalt und platzierte sich, ohne mich auch nur eines Blickes zu würdigen, zwischen mir und meinem Vordermann:

Nachdem ich die Geschehnisse gedanklich nachvollzogen hatte, wagte ich es, die Dame freundlich zu fragen, ob sie sich nicht wie alle anderen Kunden auch ans Ende der Schlage stellen wolle. Doch wie hatte ich mich nur getäuscht! Vor mir stand ein altes, gebrechliches Mütterchen, das nur undeutliches “Die paar Teile…” zwischen seinen Dritten herauspressen konnte, bevor es schnaufend seine Einkäufe auf dem Band platzierte und mitleiderregend auf seinen Handwagen gestützt auf den Kassiervorgang wartete.
Da ich es nicht eilig hatte und heute noch keine gute Tat vollbracht hatte, ließ ich es also dabei bewenden, gewährte der Dame den Vortritt und doch lässt mich das Gefühl nicht los, gewaltig über den Tisch gezogen worden zu sein…




17. Februar 2009 um 08:03 Milena(Quote)
ich lach mich tot.. so lässt es sich auf der arbeit echt aushalten. danke andré
17. Februar 2009 um 14:48 HHansen(Quote)
Jo.
Da bekommste ja Hausverbot.
Das ist echt gut. Aber es stimmt wirklich. Was soll man dann machen? Anbrüllen und wegschubsen?
Frauen eben
21. Februar 2009 um 18:58 Fynn(Quote)
Alte Leute halt;)
Aber André ich möcht dich mal mit 80 sehn. Vielleicht wirst du auch mal so ein Rüpel